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Wer bezahlt die Sommertournee von Kanzler Stoker? Wir alle

    Wer bezahlt die Sommertournee von Kanzler Stoker? Wir alle

    Wer auch immer Christian Stoker in Tulane gegenüber saß, saß nicht zufällig dort. Der Kanzler lud zum Auftakt seiner Sommerreise in die niederösterreichische Gemeinde zum „Reden“ ein. Allerdings kann nicht jeder, der das Bedürfnis verspürt, zu Wort zu kommen, zu neun Terminen in allen Bundesländern kommen; Grundsätzlich muss man sich bewerben. Nach Offenlegung persönlicher Daten wie Alter oder Bildungsniveau wird eine repräsentative Stichprobe ausgewählt. Stoker will bis zum 25. August durch das Land touren. Kritisiert wird er nicht nur wegen seines Teams, sondern auch wegen der Tatsache, dass die Tour vom Bundeskanzleramt finanziert wird. Und so aus Steuergeldern.

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    Wer Steuern zahlt, hat mitunter eine klare Meinung über die Verwendung des Geldes, das er auf seinen Lohnabrechnungen sieht, zumindest schriftlich, bevor es in die Staatskasse fließt. Dort wird nicht nur für Gesundheit, Rente und Bildung ausgegeben, sondern auch politische Parteien und ihre Akteure finanziert. Heftiger wird über Dienstwagen debattiert (zuletzt von Außenminister Sepp Schellhorn), First-Class-Flüge oder die jüngste USA-Reise der Kanzlerin zur Weltmeisterschaft. Hier wird vieles übertrieben. Politiker dürfen während ihrer Arbeit Platz in ihren Autos oder auf Inlandsflügen haben, um für Folgetermine fit zu sein. Und der Regierungschef darf einmal zur WM fahren, wenn die Heimmannschaft dort ist.

    Politisches Ungleichgewicht ohne Notwendigkeit

    Die Kritik an der Finanzierung von Sommertouren ist allerdings berechtigt. Als öffentliche Institutionen des Landes ist es Ministerien und Kanzleien untersagt, für Minister und deren Parteien zu werben. Passenderweise werden auch Machthaber, die aufgrund ihres Amtes bereits über viel Macht verfügen, von Finanzereignissen profitieren. Aus dem Kanzleramt heißt es, dass Stoker auf der Tour nicht als ÖVP-Chef agiere, sondern als Kanzler. Das wird schwer zu trennen sein.

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    Ja, wenn nicht das Kanzleramt, sondern die ÖVP die Zeche für den Tourismus bezahlen würde, würden die Steuergelder trotzdem fließen. Daraus finanzieren sich die Parteien. Was wir jedoch seit der jüngsten Diskussion zu diesem Thema nicht gelernt haben, ist, dass die Parteienfinanzierung in Österreich im internationalen Vergleich unverschämt hoch ist. Wenn also das Kanzleramt eine Sommertournee sponsert, die sich zweifelsohne als Parteiveranstaltung identifizieren lässt und maßgeblich an der Organisation beteiligt ist, kann die ÖVP die eingesparten Mittel für weitere Eigenwerbung nutzen. Und es handelt sich um ein politisches Ungleichgewicht, das hätte vermieden werden können.

    SPÖ und Neos inklusive?

    Besonders witzig ist die Begründung der Kreditwürdigkeit. Das Kanzleramt erfüllt damit lediglich den Informationsauftrag der Bundesregierung. Es darf bezweifelt werden, dass Stokers Koalitionspartner SPÖ und Neos sich in den Sommergesprächen dadurch repräsentiert fühlten, dass sie sich ausschließlich auf die Kanzlerin konzentrierten.

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