Er galt als einer der engsten Verbündeten Donald Trumps; Lindsey Graham, die einflussreiche US-Senatorin aus South Carolina, ist kürzlich verstorben. Der US-Präsident fand schnell einen Ersatz: Grahams jüngere Schwester, Darlene Graham Nordone, übernahm seine Aufgaben. Nun dürfte es ihm eine Herzensangelegenheit sein, in seine Fußstapfen zu treten: Sein Bruder habe sich „den Ruf eines konservativen Problemlösers und entschiedensten Verfechters einer starken Landesverteidigung erworben“.
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Erst kritischer Ton, dann Loyalität
Während der Vorwahlen 2016 und nach der Erstürmung des Kapitols 2021 äußerte Graham deutliche Kritik am US-Präsidenten. Am Ende stellte er sich jedoch in den Dienst des Präsidenten und unterstützte ihn öffentlich entschieden. Das hätte Trump nicht vergessen dürfen: Wenn es um die Besetzung wichtiger Posten geht, spielen in seiner Zick-Zack-Politik bekanntermaßen uneingeschränkte Loyalität und Loyalität eine entscheidende Rolle, und in dieser Hinsicht sollte er mit Graham Nordon auf der sicheren Seite sein. Die „Washington Post“ meldet einen Verdacht: Der Neo-Politiker habe nie ein öffentliches Amt bekleidet und seine politischen Ansichten seien unbekannt.
Dennoch ist ihre Rolle historisch: Graham Nordon wird die erste Frau sein, die den Senat im ultrakonservativen South Carolina vertritt, aber ihr Lebenslauf auf Wikipedia ist in Ordnung: Sie wurde 1964 in einer Kleinstadt im Nordwesten von South Carolina geboren, ihre Eltern betrieben dort eine Bar. Nach dem Tod ihrer Mutter zog sie zu Verwandten und ihr Bruder adoptierte sie, bevor sie zur Luftwaffe ging, um ihr College zu finanzieren. Nach ihrem Bachelor-Abschluss in Soziologie arbeitete sie viele Stunden
In der Behindertenhilfe.
„Liebe kleine Schwester“
Der Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster, kündigte an, dass Grahams „geliebte jüngere Schwester“ sein Amt übernehmen werde – dabei könnte sicherlich auch die Tatsache eine Rolle spielen, dass Trump sich zuvor für ihre Ernennung zu seiner Nachfolgerin ausgesprochen hatte. Es gehe darum, die Arbeit ihres Bruders zu vollenden, erklärt die 62-Jährige: „Lindsay war immer für mich da, und jetzt werde ich für sie da sein.“ Bei den entscheidenden Zwischenwahlen im November strebt Graham eine fünfte Amtszeit im Senat an – seine vierte und letzte Amtszeit läuft im Januar 2027 aus: Bis dahin übernimmt seine Schwester das Amt.
Ohnehin gibt es in den USA eine lange Tradition, dass Familienangehörige ohne große Formalität nach dem Tod von Abgeordneten an deren Stelle treten, um deren Amtszeit zu beenden. Laut Daten des US-Repräsentantenhauses aus dem Jahr 2025 sind insgesamt 45 verwitwete Frauen direkt in den Kongress eingezogen – 38 davon im Repräsentantenhaus und sieben im Senat.
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