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Eine riesige Militärparade in Paris: Zur Abschreckung gehört auch die Inszenierung

    Eine riesige Militärparade in Paris: Zur Abschreckung gehört auch die Inszenierung

    Der französische Präsident Emmanuel Macron will am Dienstag, dem 14. Juli, einem französischen Nationalfeiertag, eine „Militärparade im XXL-Format“ auf den Champs-Élysées veranstalten. Ungefähr 7.000 Soldaten aus mehreren Ländern werden marschieren, eine Steigerung von 15 Prozent gegenüber dem letzten Jahr. Mit dabei ist auch eine Delegation des Österreichischen Bundesheeres, bestehend aus 23 Gardisten. Während Wladimir Putin seinen Marsch auf dem Roten Platz aus Angst vor ukrainischen Drohnen nur in verkleinertem Format abhielt, herrscht in Paris eher viel Lärm als Chaos.

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    Und am Tag zuvor versammelte Macron in Paris eine „Koalition der Willigen“: Staats- und Regierungschefs aus 25 Nationen, darunter nicht nur der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie EU- und NATO-Führer, sondern auch der österreichische Bundeskanzler Christian Stocker. Macron sagt, dies solle ein Zeichen der „Stärke und Solidarität“ gegenüber Russland sein.

    Macrons Eitelkeit?

    Während die Briten derzeit damit beschäftigt sind, ihren Premierminister auszutauschen, wird Macron seinen Führungsanspruch in der europäischen Sicherheitspolitik stärken. Man könnte dies als Eitelkeit der ebenfalls erkrankten Franzosen kritisieren. Doch angesichts der Zweifel in Washington, wie sehr sie noch auf eine Verteidigungsmacht zählen können, müssen die Europäer so schnell wie möglich wieder auf die eigenen Beine kommen. Nach Angaben von Militärvertretern hat die US-Regierung die Zusagen für Kampfjets, Drohnen und Kriegsschiffe in der Notfallplanung der NATO bereits reduziert, und ein Truppenabzugsplan wird bis Ende des Jahres fertiggestellt. In Europa mangelt es an Luftabwehr, Langstreckenwaffen und Satellitenaufklärung.

    Tatsächlich haben die Europäer in letzter Zeit viel erreicht. Beim Nato-Gipfel in Ankara wurde die grundsätzliche Entscheidung getroffen, dass Europa die Führungsrolle im Bündnis von den USA übernehmen wird. Darüber hinaus wurde eine Einigung über Rüstungsprojekte erzielt, die Aufträge vor allem für die europäische Industrie liefern würden.

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    Allerdings bleibt noch vieles unklar: zum Beispiel, ob eine schnelle Abstimmung und Produktion möglich sein wird. Die Ukrainer, denen die Abwehrraketen zur Abwehr russischer Angriffe ausgehen, müssen derzeit am eigenen Leib erfahren, wie gefährlich Verzögerungen sind. Der US-Präsident hat ihnen die Möglichkeit versprochen, Patriot-Abwehrraketen im eigenen Land produzieren zu können – doch der Bau dauert Jahre.

    Neupositionierung

    Das neutrale Österreich kämpft vorerst weiterhin mit seiner Rolle. Auch wenn wir bei der Umstrukturierung der NATO keine Rolle spielen: Christian Stocker und alle nachfolgenden Kanzler, auch ohne Mitgliedschaft im Verteidigungsbündnis, kommen um die Bemühungen um engere Beziehungen zu den NATO-Partnern nicht herum.

    Es ist Macron zu verdanken, dass Ankara in Paris den Schwung wieder aufgenommen hat. Bis zur „strategischen Autonomie Europas“, wie sie oft genannt wird, ist es noch ein weiter Weg. Mittlerweile ist auch die Durchführung großer Paraden und Gipfeltreffen Teil der Blockade.

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