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Klimagesetzgebung: „Konstruktive“ Verhandlungen, aber noch kein Durchbruch

    Klimagesetzgebung: „Konstruktive“ Verhandlungen, aber noch kein Durchbruch

    In den letzten Tagen war die Hitze in Europa unter Kontrolle. In weiten Teilen des Kontinents sanken die Temperaturen auf Rekordtiefs; Auch in der Wiener Innenstadt wurden erstmals 40 Grad gemessen. Ohne den Klimawandel wären solch hohe Temperaturen im Juni undenkbar. Zu diesem Schluss kommt die World Weather Attribution Research Group in einer aktuellen Studie.

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    Während ab Mitte der Woche wieder eine gewisse Abkühlung zu erwarten ist, dürfte den Koalitionsparteien eine wärmere Phase der Klimagesetzgebung bevorstehen. In ihrem Regierungsprogramm haben sich ÖVP, SPÖ und Neos darauf geeinigt, eine gesetzliche Grundlage für die Erreichung der EU-Klimaziele zu schaffen. Dem Papier zufolge soll das Gesetz eine „verbindliche jährliche Obergrenze für die Gesamtemissionen“ beinhalten, inklusive eines „Korrekturmechanismus bei Überschreitung“. In neuen Gesetzesvorschlägen sollen „Klimachecks“ in wirkungsorientierten Folgenabschätzungen verankert werden.

    Laut Totschnig wöchentliche Verhandlungen

    Klimaschutzminister Norbert Totsnig (ÖVP) versicherte uns in der Hintergrunddebatte, dass derzeit „wöchentlich“ über die Klimagesetzgebung verhandelt werde, obwohl der Minister vom Diskussionsbedarf sehr überrascht schien. Er gehe davon aus, dass dies „relativ schnell umsetzbar“ sei. Es zeige sich aber, dass „die Positionen weit auseinanderliegen“. Es handele sich um ein „sehr wichtiges Gesetz, das auch das umstrittene Thema „Klimaneutralität bis 2040“ umfassen solle. Über den Weg, dieses Ziel zu erreichen, muss laut Totschnig allerdings noch verhandelt werden. In puncto Machbarkeit werde die „zentrale Frage“ lauten, wie es mit dem Haushalt weitergeht und über Details oder die wirtschaftliche Entwicklung im Land will er nicht reden. Dort, wo die Koalitionspartner besonders uneins seien, werde das Gesetz auch entsprechende externe Maßnahmen ergreifen.

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    Berichten zufolge sind es derzeit nicht in erster Linie ideologische, sondern praktische Fragen, die zur Diskussion stehen. Welche Maßnahmen können angesichts der angespannten Haushaltslage wie finanziert werden? Wie können die Bundesländer mit ins Boot geholt werden? Was passiert konkret, wenn Klimaziele nicht festgelegt werden? Auch für diese Woche sind offenbar Debatten geplant. Die Verhandlungsführer sagen, dass ein Durchbruch noch nicht unmittelbar bevorstehe, obwohl die Gespräche „konstruktiv“ seien.

    Der ÖVP-Entwurf sorgte für Irritationen

    Das war nicht immer so. Im vergangenen Sommer wurde ein Gesetzentwurf des Klimaministeriums an die Öffentlichkeit gebracht, der in der Koalition für Irritationen sorgte. Die Koalitionspartner bemängelten damals öffentlich, dass dies nicht die Vereinbarungen im Regierungsprogramm widerspiegele, sondern nur die ÖVP-Positionen. Was beispielsweise fehlte, war das Ziel der Klimaneutralität bis 2040, das SPÖ und Neos wohl im letzten Moment im Regierungsprogramm ausgehandelt hatten. Innerhalb der Volkspartei dürfte der Plan auf Ablehnung stoßen, insbesondere in Wirtschaftskreisen.

    Nach dem Leak beklagten die beiden kleineren Koalitionsparteien damals, dass zum Klimagesetz seit Monaten Funkstille herrschte und die ÖVP für Verhandlungen nicht zur Verfügung stand. In diesem Frühjahr soll der Fall wieder an Fahrt aufgenommen haben.

    Türkis-Grün scheiterte an der Klimagesetzgebung

    Die Erfahrung der Vorgängerregierung zeigt, dass die Verhandlungen nicht einfach sein werden. Türkis-Grün kämpfte erfolglos für ein Klimaschutzgesetz nach dem Auslaufen der bisherigen Regeln im Jahr 2020. Die damalige Klimaschutzministerin Leonor Gävesler (Grüne) legte 2021 einen Entwurf vor, der bei der ÖVP jedoch nicht gut ankam. Umweltorganisationen zählten die Tage ohne Klimaschutzgesetze, bis zum Ende der Legislaturperiode kam es zu keiner Einigung.

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    Alle Parteien sind zuversichtlich, dass dies unter der Dreierkoalition nicht noch einmal passieren wird. Neos-Klimasprecher Michael Bernhard sagt gegenüber der Klein Zeitung, er habe noch keine konkrete Prognose, wann das Gesetz fertig sein wird. „Aber es gibt niemanden in dieser Koalition, der den Gesetzentwurf nicht über die Ziellinie bringen will.“

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